Ein Waldgarten, auf Englisch Food Forest, ist ein Garten, der wie ein junger Waldrand aufgebaut ist, nur dass fast alles darin essbar oder nützlich ist. Statt Beeten in Reihen wachsen Bäume, Sträucher, Kräuter und Bodendecker in Stockwerken übereinander und unterstützen sich gegenseitig. Einmal eingewachsen, braucht er wenig Pflege, kaum Gießen und gibt jedes Jahr mehr zurück.
Die Stockwerke
- Hohe Bäume: Walnuss, Esskastanie, Birne. Sie geben Schatten und Struktur.
- Niedrige Bäume: Apfel, Pflaume, Mispel, Kornelkirsche.
- Sträucher: Johannisbeere, Haselnuss, Sanddorn, Felsenbirne.
- Kräuter und Stauden: Rhabarber, Beinwell, Minze, Ewiger Kohl.
- Bodendecker: Walderdbeere, Kapuzinerkresse, Klee. Sie halten den Boden feucht.
- Wurzeln und Knollen: Topinambur, Bärlauch, Meerrettich.
- Kletterpflanzen: Wein, Kiwi, Hopfen, Bohnen.
Dazu kommen Pilze im Boden, die alles miteinander verbinden.
Gilden statt Reihen
Pflanzen werden nicht einzeln gesetzt, sondern in Gilden: kleine Pflanzengemeinschaften um einen Baum herum, in denen jede Pflanze eine Aufgabe hat. Manche holen Stickstoff aus der Luft, manche locken Bestäuber an, manche bedecken den Boden, manche holen mit tiefen Wurzeln Nährstoffe nach oben.
So legst du einen Waldgarten an
- Beobachten. Wo scheint die Sonne, woher kommt der Wind, wo bleibt Wasser stehen, wie ist der Boden? Nimm dir dafür Zeit, am besten ein ganzes Jahr.
- Wasser halten. Mit Swales, flachen Gräben entlang der Höhenlinien, bleibt Regenwasser auf der Fläche und versickert dort, wo es gebraucht wird.
- Boden aufbauen. Mulchen, mulchen, mulchen. Eine dicke Schicht aus Holzhackschnitzeln, Laub oder Stroh schützt vor Austrocknung und füttert das Bodenleben.
- Pioniere zuerst. Robuste, stickstoffbindende Pflanzen wie Sanddorn, Ölweide oder Erle bereiten den Boden für die Fruchtbäume vor.
- Klein und passend pflanzen. Junge Pflanzen oder sogar Samen, die zum Standort passen, wurzeln tiefer und kommen besser mit Trockenheit zurecht als große vorgezogene Pflanzen.
- Geduld haben. In den ersten Jahren braucht der Garten Begleitung. Danach trägt er sich zunehmend selbst.
Warum das wichtig ist
Waldgärten speichern Kohlenstoff, schützen den Boden vor Erosion, halten Wasser in der Landschaft, bieten Lebensraum für Insekten und Vögel und schenken Nahrung, ohne dass jedes Jahr neu gepflügt werden muss. Gerade in trockenen Regionen wie Brandenburg zeigen sie, wie Landwirtschaft mit dem Klima der Zukunft aussehen kann.
A forest garden, or food forest, is a garden designed like a young woodland edge, except that almost everything in it is edible or useful. Instead of beds in rows, trees, shrubs, herbs and ground covers grow in layers and support each other. Once established, it needs little care, hardly any watering and gives more back every year.
The layers
- Tall trees: walnut, sweet chestnut, pear. They provide shade and structure.
- Small trees: apple, plum, medlar, cornelian cherry.
- Shrubs: currant, hazelnut, sea buckthorn, serviceberry.
- Herbs and perennials: rhubarb, comfrey, mint, perennial kale.
- Ground cover: wild strawberry, nasturtium, clover. They keep the soil moist.
- Roots and tubers: Jerusalem artichoke, wild garlic, horseradish.
- Climbers: grapes, kiwi, hops, beans.
Fungi in the soil connect it all.
Guilds instead of rows
Plants are not placed one by one but in guilds: small plant communities around a tree in which every plant has a role. Some fix nitrogen from the air, some attract pollinators, some cover the soil, some bring nutrients up with deep roots.
How to plant a forest garden
- Observe. Where does the sun shine, where does the wind come from, where does water collect, what is the soil like? Take your time, ideally a whole year.
- Hold water. With swales, shallow ditches along the contour lines, rainwater stays on the land and soaks in where it is needed.
- Build soil. Mulch, mulch, mulch. A thick layer of wood chips, leaves or straw protects against drying out and feeds soil life.
- Pioneers first. Hardy nitrogen fixers such as sea buckthorn, oleaster or alder prepare the soil for the fruit trees.
- Plant small and site-adapted. Young plants or even seeds that suit the site root deeper and cope better with drought than large nursery plants.
- Be patient. In the first years the garden needs care. After that it increasingly sustains itself.
Why it matters
Forest gardens store carbon, protect the soil from erosion, keep water in the landscape, provide habitat for insects and birds and give food without ploughing every year. Especially in dry regions like Brandenburg they show what farming can look like in the climate of the future.